Drei Dinge machen den Skiurlaub sicher:
- Helm für alle
- Lernen Sie die Vorfahrtsregeln auf der Piste
- Die blaue EU-Karte kostenlos bei Ihrer Krankenkasse beantragen
Skifahren ist statistisch gesehen eine recht sichere Sportart, die allermeisten Wochen in den Alpen enden mit Muskelkater statt mit Gips. Wenn es aber doch einmal kracht, geht es oft schnell, und der Unterschied zwischen einem billigen und einem teuren Unfall entscheidet sich häufiger beim Papierkram vor der Reise als durch etwas, das Sie auf der Piste tun. Hier ist, was Sie wissen müssen.
Helm und weitere Schutzausrüstung
Der Helm ist heute auf der Piste so selbstverständlich wie der Sicherheitsgurt im Auto. In den meisten Skigebieten fahren neun von zehn mit Helm, und wer ohne unterwegs ist, fällt auf. Für Kinder ist der Helm zudem in Italien und in mehreren österreichischen Bundesländern gesetzlich vorgeschrieben. Leihst du die Ausrüstung vor Ort, ist der Helm oft für ein paar Euro pro Tag inklusive, aber ein eigener, richtig angepasster Helm ist immer besser als ein geliehener, der nur so halbwegs sitzt.
- Helm - muss fest sitzen, ohne zu wackeln, und sollte nach einem harten Aufprall ersetzt werden, auch wenn er unversehrt aussieht.
- Goggles - schützt sowohl vor der Sonne als auch vor Ästen und Eiskörnern. Gute Sicht ist Sicherheitsausrüstung.
- Rückenprotektor - Standard im Park und sinnvoll für alle, die schnell oder abseits der Piste fahren.
- Handgelenkschutz - der wichtigste Schutz für Snowboarder, da das Handgelenk die meisten Stürze abfängt.
- Lawinenausrüstung (Sender/Empfänger, Schaufel, Sonde), Pflichtwissen und Pflichtausrüstung fürs Fahren abseits der Piste, niemals optional.
Wer hat auf der Piste Vorfahrt?
In den gesamten Alpen gelten die zehn FIS-Regeln, sie sind sozusagen die Verkehrsregeln der Piste. Gerichte in den Alpenländern urteilen bei Kollisionen nach ihnen. Die wichtigsten:
- Wer weiter unten fährt, hat Vorfahrt. Wer von oben oder von hinten kommt, ist dafür verantwortlich, eine Linie zu wählen, die niemanden weiter unten gefährdet.
- Überholen kann auf beiden Seiten erfolgen, aber mit so großem Abstand, dass der Überholte sich frei bewegen kann.
- Schauen Sie nach oben, bevor Sie losfahren oder eine Piste kreuzt: Wer bereits von oben kommt, hat Vorfahrt.
- Halten Sie nie an engen oder unübersichtlichen Stellen an, und stehen Sie nach einem Sturz schnell wieder auf.
- Passen Sie Ihre Geschwindigkeit an an Sicht, Untergrund und das eigene Können anpassen, in der Praxis Regel Nummer eins.
- Bei einem Unfall sind Sie zur Hilfeleistung verpflichtet und geben Sie Ihre Daten an, genau wie im Straßenverkehr.
Die häufigsten Unfälle
Die Verletzungsstatistik im alpinen Skisport ist Jahr für Jahr auffallend stabil. Das Knie ist die Schwachstelle der Skifahrer (die Drehkräfte, wenn der Ski verkantet und hängen bleibt, machen etwa jede dritte Verletzung aus), während Snowboarder stattdessen die Statistik bei den Handgelenken anführen. Ungefähre Verteilung laut internationalen Verletzungsstudien:
Ungefähre Anteile skibedingter Verletzungen laut internationalen Unfallstudien. Die Verteilung schwankt je nach Saison und Fahrstil.
Die meisten Unfälle passieren zudem nachmittags am zweiten und dritten Tag, wenn die Beine müde sind, das Selbstvertrauen sich aber schon wieder erholt hat. Die letzte Abfahrt vor dem Mittagessen und die letzte Abfahrt des Tages sind die klassischen Risikomomente auf der Piste, es ist selten falsch, genau diese Abfahrt ausfallen zu lassen.
Spaß beiseite, Gips und Krücken werden deutlich günstiger, wenn Sie richtig versichert sind.
Die Versicherung gilt auf den Pisten, lies das Kleingedruckte
Jetzt kommt der wichtigste Satz dieses Guides: Der Reiseschutz gilt normalerweise nur auf markierten Pisten und in Skigebieten. Fahren Sie abseits der markierten Pisten ohne Guide, können sowohl Behandlungskosten als auch der Rettungseinsatz auf Ihrer eigenen Rechnung landen, und ein Hubschrauber in den Alpen kostet schnell Zehntausende Euro. Mehrere Versicherungsgesellschaften akzeptieren Off-Piste, wenn Sie mit einem autorisierten Guide fahren, aber das ist eine Bedingung und keine Selbstverständlichkeit, lesen Sie also genau die Bedingungen Ihrer Gesellschaft, bevor Sie den Pistenrand verlassen.
Die blaue EU-Karte, vor der Reise beantragen
Die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC, die blaue Karte) gibt Ihnen Anspruch auf notwendige medizinische Versorgung zu denselben Bedingungen wie für die Einwohner des jeweiligen Landes, und zwar in der gesamten EU/im EWR und in der Schweiz, also in Österreich, Italien, Frankreich und der Schweiz, den gesamten Alpen. So funktioniert es:
- Kostenlos. Die Karte kostet nichts, weder die Beantragung noch die Verlängerung, und sie ist mehrere Jahre gültig.
- Beantragen Sie sie für die ganze Reisegruppe auf einmal. Sie beantragen die Karte einmal bei Ihrer Krankenkasse, für sich selbst und für Kinder unter 18, für die Sie sorgeberechtigt sind. Jede Person braucht ihre eigene Karte, auch Säuglinge, und eine zu bestellen dauert genauso lange wie sechs.
- Rechnen Sie mit rund zehn Tagen Lieferzeit. Die Karte kommt mit der Post und lässt sich nicht beschleunigen, beantragen Sie sie also am selben Tag, an dem Sie die Reise buchen.
- Abgedeckt notwendige Behandlung bei Ärzten und Einrichtungen, die an das öffentliche Gesundheitssystem des Landes angeschlossen sind. Sie zahlen dieselbe Eigenbeteiligung wie die Einheimischen.
- Nicht abgedeckt Privatkliniken (in Skiorten weit verbreitet!), Rücktransport nach Deutschland, Bergung von der Piste oder Hubschraubereinsatz.
Die EU-Karte bei Ihrer Krankenkasse beantragen › Wenn Sie genau nachlesen möchten, was die Karte Ihnen in welchem Land bietet, finden Sie die eigene Übersicht der EU auf Ihr Europa.
Wenn ein Unfall passiert: In welcher Reihenfolge tun Sie was?
Das ist die Frage, bei der es am schwersten fällt, klar zu denken, wenn es erst einmal passiert ist. Lesen Sie es also jetzt statt später. Die Grundregel:zuerst die Notrufzentrale anrufen, selbst zahlen erst zum Schluss.
- Akute Hilfe auf der Piste. Informieren Sie den Pistenrettungsdienst über das Liftpersonal oder über die Notrufnummer, die auf dem Skipass und auf dem Pistenplan steht. In der gesamten EU funktioniert 112. Die Pistenrettung und der Hubschrauber werden von denen bestellt, nicht von Ihnen.
- Rufen Sie die Notrufzentrale Ihrer Reiseversicherung an, bevor eine größere Behandlung beginnt. Die Nummer steht in Ihrer Versicherungspolice und in der App der Gesellschaft, und die Notrufzentrale heißt je nach Anbieter unterschiedlich: ADAC Ambulanz-Service, Allianz Global Assistance oder ERGO Reiseversicherung sind die häufigsten. Sie sind rund um die Uhr erreichbar und sprechen Deutsch. Rufen Sie dort zuerst an, kann die Zentrale das Krankenhaus direkt bezahlen, eine Behandlung in einer Privatklinik genehmigen und den Rücktransport organisieren. Rufen Sie erst hinterher an, riskieren Sie, die Rechnung selbst zu tragen.
- Zeigen Sie die EU-Karte direkt vor Ort vor. Bei öffentlichen Behandlern sorgt die Karte dafür, dass Sie denselben Patientenanteil zahlen wie ein Einheimischer statt der vollen Kosten. In Privatkliniken, die in Skiorten üblich sind, hilft die Karte überhaupt nicht, dort gilt die Zahlungsgarantie der Notrufzentrale.
- Können Sie in Vorleistung gehen? Ja, kleinere Beträge sind kein Problem, und manchmal gibt es gar keine Wahl. Aber bewahren Sie alt: Originalquittungen, Befunde, Röntgenbilder, Rezepte sowie Belege für Taxi oder Transport. Ohne Nachweise ist die Erstattung nur schwer durchzusetzen. Geht es um einen hohen Betrag, rufen Sie zuerst die Notrufzentrale an und lassen Sie diese die Rechnung direkt übernehmen.
- Melden Sie den Schaden nach der Rückkehr Ihrer Versicherung, auch wenn Sie bereits mit der Notrufzentrale gesprochen haben. Das sind zwei verschiedene Dinge: Die Notrufzentrale organisiert die Reise, die Schadenmeldung regelt das Geld. Die meisten Versicherer haben eine Frist, oft ein Jahr, aber erledigen Sie es, solange die Erinnerung frisch ist.
Speichern Sie die Nummer der Notrufzentrale schon zu Hause im Handy, zusammen mit Ihrer Versicherungsnummer. Mitten in einem Unfall auf der Piste mit schlechtem Empfang hat niemand Lust, im Versicherungsschein zu suchen.
Reiseversicherung: prüfen, was sie abdeckt
Ihre Hausratversicherung enthält fast immer einen Reiseschutz, der für die ersten 45 Tage der Reise gilt. Er deckt ab, was die EU-Karte nicht leistet: Behandlungskosten in voller Höhe, Rücktransport, Bergung auf der Piste und Entschädigung bei bleibenden Schäden. Vor der Abreise:
- Prüfen Sie, ob der Reiseschutz in Ihrer Versicherung noch enthalten ist und wen im Haushalt er umfasst.
- Lesen Sie die Ausschlüsse: Off-Piste, Snowpark, Wettkämpfe und manchmal Heliskiing werden von den Anbietern unterschiedlich behandelt.
- Notieren Sie die Notrufnummer Ihrer Versicherung im Handy, SOS International oder vergleichbar, bevor Sie sie brauchen.
- Buchen Sie Anreise oder andere Reiseleistungen separat, ist in diesem Kauf manchmal bereits eine Versicherung enthalten. Prüfen Sie genau, was sie abdeckt, damit Sie nicht doppelt zahlen oder am Ende ohne Schutz dastehen.
Zwei Zusätze, die man kennen sollte. Der Skipass enthält normalerweise keine Versicherung, aber viele Liftgesellschaften verkaufen an der Kasse eine freiwillige Zusatzversicherung, am bekanntesten ist die französische Carré Neige, die pro Tag zusammen mit dem Skipass gekauft wird und Pistenrettung sowie Behandlungskosten vor Ort abdeckt. Die Zahlungskarte kann ebenfalls eine Deckung bieten: viele Premiumkarten, zum Beispiel American Express und Revolut Premium/Metal, enthalten eine Reiseversicherung mit Reiserücktrittsschutz, oft unter der Bedingung, dass die Reise mit der Karte bezahlt wurde. Die Leistungen unterscheiden sich stark, lesen Sie die Kartenbedingungen also genauso genau wie den Versicherungsschein.
Mit den Papieren in Ordnung bleibt nur noch das Schöne. Finden Sie das passende Skigebiet für Ihr Niveau, mit Skischulen und Pisten für die ganze Gruppe.
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Versicherungsbedingungen unterscheiden sich je nach Anbieter und ändern sich von Saison zu Saison, maßgeblich ist immer dein eigener Versicherungsschein. Helmvorschriften und lokale Regeln können sich ändern, prüfe die aktuell geltenden Regeln für dein Skigebiet. Diese Seite bietet allgemeine Informationen, keine Versicherungsberatung.